Familienbett & Co-Sleeping (engl.)

"Co-Sleeping (engl.) bezeichnet die Praxis, dass Kinder in unmittelbarer Nähe von einem Elternteil oder beiden Eltern schlafen. Unter diesen Begriff fällt das Schlafen in einem gemeinsamen Zimmer ebenso wie das Schlafen in einem gemeinsamen Bett (im Familienbett oder allgemeiner einer gemeinsamen Liegefläche), das oft auch als Co-Sleeping bezeichnet wird."

 

Hallo ihr Lieben! 😊

Das Thema Co-Sleeping oder Familienbett sorgt häufig bei vielen Müttern für Gesprächsstoff. Wir beschreiben im Folgenden unsere Gefühle und Ideen, wieso wir uns für den Weg des Familienbetts entschieden haben. Das heisst nicht, das ein anderer Weg falsch ist. Alle Familien sollen die Entscheidung nach Gefühl für sich treffen und Pro und Contra für sich abwägen. Bei Unsicherheit kann man gut mit der eigenen Hebamme sprechen :-)
Vor der Geburt hatte ich (Sara) für meinen Sohn ein super süßes Beistellbett gekauft (hatte es sogar schon im 7. Schwngerschaftsmonat aufgebaut), welches man direkt am Elternbett befestigen kann und welches offen ist zur Mutter hin. Leider wurde das Bett bis heute NIE genutzt und ich habe es mittlerweile sogar schon wieder verkauft.

Jari kam (bedingt durch die Geburt im Geburtshaus) bereits nach 2 Stunden mit zu uns nach Hause und wir (mein Mann und ich) legten ihn instinktiv zwischen uns ins Bett, um auch wirklich jeden Atemzug und jede Bewegung von ihm zu hören und zu spüren. Viele Mütter und Väter werden verstehen, wovon ich spreche.

Auch in den folgenden Tagen, war es für uns unvorstellbar ihn von uns weg, in ein anderes Bett oder noch "schlimmer", in ein anderes Zimmer zu legen. Wir hatten zu große Angst, dass ihm etwas passieren könnte und wir währenddessen seelenruhig in unserem Bett schlafen.

Viele Menschen haben Angst, durch das Co-Sleeping den plötzlichen Kindstod (SIDS) zu begünstigen.
Im Folgenden seht ihr eine Auflistung, worauf man (laut Fachleuten) achten soll:

  1. immer in Rückenlage schlafen
  2. im Schlafsack und ohne zusätzliche Decke
  3. mit möglichst fester, luftdurchlässiger Matratze, die sich relativ wenig eindrücken lässt,
  4. ohne Kopfkissen
  5. ohne Fellunterlagen
  6. ohne weiche Umpolsterungen (Nestchen)
  7. ohne Kuscheltiere, die die Atemwege verschließen könnten, oder kleine Teile, die verschluckt oder in die Atemwege gelangen könnten
  8. nicht zu warm (16 bis 18 Grad Celsius)
  9. in einer rauchfreien und drogenfreien Umgebung
  10. möglichst lange stillen (mind.6 Monate-es ist schon seit längerem bekannt, dass Stillen das SIDS-Risiko um etwa 50% senkt)


Es ist schwierig alle Dinge umzusetzen, und das konnten wir, bedingt durch den Willen unseres Kindes, auch nicht. Jari wollte nicht im eigenen Bett schlafen, auch der Schlafsack war nicht optimal für ihn, und in der Rückelage lies er sich absolut nicht hinlegen.
Wir haben es so gemacht (nach anraten unserer Hebamme), dass wir Jari soweit wie möglich, mit dem Kopf an das obere Bettende gelegt haben. So war sein Unterkörper mit meiner Decke zugedeckt und ich konnte mich bis zum Hals (wie ich es gewohnt war) zudecken. Des Weiteren, haben wir auf Fellunterlagen, Nestchen und Hitze im Raum, sowie Kuscheltiere und Kopfkissen (für ihn) verzichtet.
Der größte Vorteil für mich am Familienbett ist, dass man nicht zum stillen aufstehen, geschweige denn, in ein anderes Zimmer laufen muss. Jari lag immer entweder rechts oder links neben mir und sobald er signalisierte, das er hunger hat, hatte er die Brust auch schon im Mund :)

Irgendwann war ich so geübt, dass ich ihn immer auf der gleichen Seite, mit beiden Brüsten im wechsel stillen konnte.
Ein weiterer Aspekt für unsere Entscheidung zum Familienbett ist, dass wir der Meinung sind, das man Babys die 9 Monate im Bauch der Mutter geschützt, gewärmt und immer nah bei der Mutter waren, nicht nach der Geburt einfach in ein eigenes Bett legen kann. Genau wie wir Erwachsenen möchten Babys auch (vielleicht sogar noch mehr) kuscheln und Nähe spüren.

Wir selbst sind doch auch glücklicher wenn der Partner neben uns liegt und wir ihn riechen und atmen hören.

Den gesamten Tag, schauen wir nach dem Kind, tragen es, bekuscheln es, sind immer in seiner Nähe, und dann wenn es dunkel wird, muss es alleine sein.

Es gibt mittlerweile auch Studien die besagen, dass das Familienbett die Chance auf den Plötzlichen Kindstod (SIDS) verringert (http://www.rabeneltern.org/index.php/wissenswertes/schlafen-wissenswertes/1218-studie-zum-familienbett), weil die Mutter (und auch der Vater) jede außergewöhnliche Bewegung oder Atmung des Kindes spüren und sich die Atmung des Kindes der, der Eltern anpasst.

Oft habe ich auch gehört, dass Mütter Angst haben, dass sie sich auf ihr Neugeborenes legen, ich denke, dass das wirklich der Ausnahmefall ist.

Die meisten Eltern schlafen nicht wieder so tief und fest, wie zu der Zeit, bevor sie ein Baby hatten. Ich werde von jeder Bewegung und außergewöhnlichen Atmung meines Sohnes wach und ich lag auch noch nie auf ihm.
Eine andere interessante Aussage, die ich schon häufiger gehört habe; dass man, wenn man seinem Kind das Familienbett nicht mehr abgewöhnen kann. 

Genau wie das Stillen, die Flasche geben, Schnuller etc. ist das Familienbett etwas, was ein Anfang und ein Ende hat. Das Ende wird sicherlich für das Kind (aber auch für uns als Eltern!) etwas schmerzvoll und traurig aber es wird sich auch daran gewöhnen. Wenn wir Glück haben, möchten unsere Jungs irgendwann von allein nicht mehr bei uns im Elternbett schlafen, genauso wie es Kinder gibt, die sich alleine abstillen. Wann das bei uns soweit ist kann ich noch nicht sagen. Mein Sohn, ebenso wie Carlottas, machen beide ihren Mittagsschlaf im eigenen Bett (das heißt sie "können" alleine schlafen) und nachts sind sie bei Mama und Papa. Wir werden euch berichten wie unsere "Reise" im Familienbett weitergeht...😴

 

Eure Sara & Carlotta 

 

Wenn ihr Fragen zum Thema Familienbett ( und auch zu Anderem) habt, sind Hebammen oft eine SEHR GROßE Hilfe !

Im Slider findet ihr einige Familienbetten, die sehr ansprechend aussehen. Wir (Sara) haben ein 1.90x2.00m Bett und es könnte trotzdem noch etwas größer sein :-)

 

Interessanter Gedankenanstoß:

http://www.stillkinder.de/brief-eines-babys-das-schlafen-lernen-musste/

 

 

Quellen :

http://www.stillkinder.de/brief-eines-babys-das-schlafen-lernen-musste/

http://www.frauenzimmer.de/cms/co-sleeping-wenn-kinder-mit-im-ehebett-schlafen-1657940.html

 

Bilder:

google -> Familienbetten