Vegane Ernährung bei Säuglingen

0-12 Monate

 

Monate 1-6 

  • Es sollte laut der WHO ausschliesslich gestillt werden 
  • Es wird laut WHO empfohlen mindestens bis zum 18.Lebensmonat, besser bis zum 24. Lebensmonat, weiterzustillen
  • Die Muttermilch von veganen Müttern enthält im Durchschnitt weniger Schadstoffe als die Milch von omnivoren oder vegetarischen Müttern
  • Während die Mutter voll stillt, sollte sie circa 500 Kalorien mehr zu sich nehmen, aber vor allem auf eine ausreichende Wasserzufur achten
  • Die Mutter sollte Vitamin B12 supplementieren, denn nur wenn es in ausreichender Menge vorhanden ist, reicht es für beide aus

 

Monate 6-12 

  • Ab dem 4. Lebensmonat kann man langsam mit dem zufüttern beginnen, das Stillen bleibt trotzdem vorerst die Hauptnahrungsquelle
  • Die WHO empfiehlt jedoch nicht vor dem 6. Lebensmonat mit der Beikost zu beginnen
  • Vom Beginn der Beikostphase an, ist es wichtig, dass man auf eine ausgewogene und gesunde Nahrung achtetet (schon jetzt kann man Vorlieben und Geschmack des Kindes für die Zukunft beeinflussen) 

Monat 6

  • Ideen: Ihr könnt eurem Baby Reisflocken, Haferflocken oder Gerstenflocken anbieten. Wenn ihr eine Küchenmühle habt, könnt ihr auch Hirse, Amaranth oder Buchweizen mahlen. Das Getreide (oder Pseudogetreide) einfach mit etwas Wasser und Muttermilch mischen. Die Babys kennen den Geschmack bereits und erhalten die wichtigen Nährstoffe. Der Brei kriegt durch die Muttermilch außerdem einen süßlichen Geschmack. Es wird empfohlen, Weizen erst ab dem 8. Monat in die Nahrung zu integrieren.
  • Kinder lieben es süß, da bieten sich Fruchtbreie an. Ihr könnt Apfelmus kochen(ohne Zucker) oder eine Banane zermatschen und in den Getreidebrei mischen.
  • Falls ihr keine Muttermilch in den Brei mischt, gebt etwas Raps- oder Leinöl, oder spezielles Baby-Öl, hinzu. Für die Aufnahme einiger Vitamine, braucht der Körper Öl.

Monat 7-8 

  • Wenn ihr und eurer Baby mögt, könnt ihr nun langsam beginnen Gemüse in eure Mahlzeiten zu integrieren.Dazu eignen sich beispielsweise Kartoffeln, Pastinaken, grüne Bohnen oder Möhren. Alle Zutaten sollten gekocht und püriert angeboten werden. Der Spritzer Öl sollte weiterhin beibehalten werden.
  • Circa ab dem 8. Monat könnt ihr auch beginnen eurem Baby Cracker oder Tofu anzubieten.

Monat 9-10

  • Nun könnt ihr ungesüßte Kekse, Brot (weich), ungesüßte Cerealien, weiches Obst, Sojajoghurt und Sojakäse anbieten. Weiterhin besteht die Milchmahlzeit im besten Fall aus Muttermilch. Brot und Kekse können am besten selbst gebacken werden. Nur so wisst ihr genau was drin steckt :-)

Monat 11-12

  • In diesen Monaten könnt ihr zu den bereits genannten Lebensmitteln auch noch Nudeln (z.B dinkel, vollkorn Nudeln), rohes Obst z.B Apfel (ohne Schale) und kleine Burger-oder Tempeh Stücke zum Essen hinzufügen. Auch eine super Anschaffung in der Zeit ist eine Saftpresse bzw. ein Smoothiemaker. So kann man gut zwischendurch mal einen (grünen) Smoothie anbieten. Die Smoothies könnten aus Birnen, Beeren, Pfirsiche, Aprikosen, Avocados, Gurke, Spinat oder andere weichen Früchten bestehen. Die Früchte sollen roh sein und keinesfalls aus der Dose stammen. Diese (grünen) Energiemahlzeiten versorgen euer Baby mit Eisen, hochwertigem Calcium, bestem Magnesium, lebenswichtigen Aminosäuren, stuhlregulierenden Ballaststoffen, und einer Vielzahl schützender Antioxidantien und Vitaminen. (Rezepte für grüne Smoothies)

Protein

  • gestampfte Bohnen, gestampfter Tofu, Sojajoghurt, vegane Babynahrung in Gläsern (falls  ihr mal keine Lust/Zeit habt selber zu kochen)

Eisen

  • Hirse, Haferflocken, Spinat, Fenchel, Hülsenfrüchte, Soja. Die Eisenverfügbarkeit kann durch die Kombination mit Vitamin-C-reichem Gemüse und Obst bzw. Fruchtsaft deutlich verbessert werden

Vitamin D

  • Eine Unterversorgung des Säuglings mit Vitamin D  kann zur Entstehung von Rachitis, das heißt einer gestörten Knochenentwicklung, führen. Unabhängig von der Ernährungsweise der stillenden Mutter und der Eigenproduktion von Vitamin D bei ausreichenden Aufenthalten im Sonnenlicht, wird für das erste Lebensjahr eine tägliche Zufuhr von 10 µg Vitamin D durch Nahrungsergänzungsmittel empfohlen, um das Risiko einer Rachitis zu senken. 

Omega 3 Fettsäuren 

  • es werden 500 mg pro Tag ab dem 6. Lebensmonat benötigt. Diese können zum Beispiel durch Algen, Hanföl, Walnussöl, Rapsöl, Chia-Samen und Leinöl gedeckt werden.
Do's
  1. Frische Zutaten 
  2. Vollkorn - oder Dinkelmehl 
  3. Früchte
  4. Obst
  5. Bioprodukte oder aus eigenem Anbau
  6. Dem Kind Zeit und Ruhe geben 
  7. Gemeinsam essen 
  8. Am besten Brei und Mus selber kochen, statt Gläschen kaufen 
  9. Das Baby auch beim selbstständigen essen unterstützen
  10. Die Mahlzeiten liebevoll gestalten
  11. Ablenkungen vermeiden
Dont's
  1. Fastfood
  2. Stark gezuckerte Speisen und Getränke
  3. Stark gesalzene Speisen und Getränke 
  4. Fertigprodukte
  5. Viele ungesättigte Fettsäuren (z.B Palmfett)
  6. Dem Kind Essen aufzwingen, dass es nicht mag
  7. Hektik beim Essen

Wenn Freunde oder Familie beim Thema veganer Ernährung für Babys anderer Meinung sind

 

Ihr solltet darauf vorbereitet sein, das andere Leute, wie Freunde, Familie, Kinderarzt  (wer auch immer denkt er müsste seine Meinung preisgeben) eure Ernährungsweise in Frage stellen wird (leider)! Ich denken, dass es daran liegt, dass den meisten Leuten die nötigen Informationen fehlen oder noch schlimmer, ihnen falsche Informationen vorliegen und sie leider das meiste davon glauben. Interessanterweise ist es so, dass sogar Ärzte keine Ausbildung im Ernährungsbereich besitzen, ausser sie machen diese explizit im Studium.

Außerdem können sich die meisten Menachen warscheinlich eine vegane Ernährung für sich selbst nicht vorstellen, weil sie zu sehr an ihren Gewohnheiten festhalten oder schlicht und einfach keinen Grund für eine vegane Ernährungsweise sehen (Tierleid, Umwelt...?!) . Ihr werdet auf eurem Weg als Veganerin oder Veganer immer Menschen treffen, die euch nicht verstehen können oder die euch lächerlich finden. Lasst euch nicht unterkriegen!

Wenn ihr Argumente hört, wie "Du kannst doch deinem Kind keine vegane Ernährung aufzwingen", kann man sich eigentlich nur an den Kopf fassen, denn egal für welche Art der Ernährung (Omnivor, Vegetarisch, Vegan, usw.) ihr euch entscheidet, ihr "zwingt" sie eurem Kind auf. Darf man ein Kind dazu "zwingen", anderen Danke sagen zu müssen, nicht zu klauen, niemanden zu verletzen etc.?

Wir alle vermitteln unseren Kindern immer bestimmte Werte, und stellen somit auch Regeln auf. Das muss nichts mit Zwang zu tun haben, sondern einfach mit der Tatsache, dass wir uns wohl alle wünschen, unserem Kind die Dinge mitgeben zu können, die wir selbst für wichtig halten, um ein starker und mitfühlender, sozial kompetenter Mensch zu werden.
Zudem ist es eher so, dass omnivore Eltern häufig ihre Kinder " zwingen", Tierprodukte zu essen, beginnend bereits im Säuglingsalter mit püriertem Rinder- oder Hühnerfleisch in der Beikost.

 

Es ist doch immer so, sobald man eine Sache ein bisschen anders, als "normal" macht, wird man direkt hinterfragt und hört Dinge wie  "Was du stillst immernoch?!" , "Du kannst doch dein Baby nicht vegan ernähren!", "Wie, dein Kind ist (noch) nicht geimpft?!". Wenn Leute jedoch regelmäßig billiges Fleisch, fast Food Produkte und Coca Cola für sich und ihre Kinder kaufen, sagt niemand " Du kannst doch deinem Kind kein Fleisch für 1.99 € und eine Cola geben..". Um dieses Thema (vorerst) abzuschließen, möchten ich gerne nochmals betonen, dass es sicher ist, dass keine Getreidebreie, Milchprodukte, Babygläschen mit Fleisch oder eine Kombination aus all dem eurem Baby die Vielfalt und den Nährstoffreichtum bieten kann, wie eine ausgewogene, vegane Ernährung!

 

Eure Sara

 

 
Lektüre zum Thema "vegane Ernährung bei Säuglingen/Kindern"

Das vegane Familienkochbuch - Jasmin Hekmati

Vegane Ernährungen bei Säuglingen und Kindern - Lisa Rubner

Gutes Essen für gesunde Kinder ohne Allergien - Simone Vetters, Ruediger Dahlke

Hier kommt ihr zur veganen Ernährugspyramide von Vebu