Familienleben ohne Shampoo und co.

Im Zuge meiner veganen Einstellung habe ich auch Bereiche meines Lebens überdacht, die nichts mit Ernährung zu tun haben.

Viele Veganer werden dieses Fass, scheinbar ohne Boden, kennen, welches sich auftut sobald der vegane Gedanke sich einmal verwurzelt hat.

Letztendlich kam ich dazu, mein gesamtes Konsumverhalten zu überdenken und stieß unter Anderem auf gute Argumente, sich auch bei der Körperpflege auf möglichst naturbelassene Zutaten zu reduzieren.

Ich verzichte zwar nicht gänzlich auf Seife, aber ich beschränke mich auf ein Minimum und versuche möglichst auf Inhaltsstoffe zu verzichten, deren Bezeichnung ich schon nicht, geschweige denn ihre Funktion, verstehe.

Die Haut ist unser größtes Organ und hat mannigfaltige Eigenschaften. Sie schützt uns beispielsweise vor Kälte, vor dem Eindringen von Mikroorganismen, vor dem Verlust von Wärme, aber sie sorgt auch dafür, dass wir wichtige Stoffe aufnehmen können.

Als Sinnesorgan spielt die Haut eine wichtige Rolle für unsere sozialen Bedürfnisse. Sie hilft uns bei der Kommunikation, sie schützt uns durch Schmerzreaktionen und vieles mehr.¹

Aus diesen und vielen weiteren Gründen bin ich zu meiner Überzeugung gelangt.

Für meinen Sohn hat diese Thematik eine noch größere Relevanz, da ich ihn mehrmals täglich wasche, weil er oft „schmutzig“ wird.

Wenn er draußen ist, liebt er es, im Sand zu buddeln oder in der Erde. Er fasst alles an und besonders die klebrigen und matschigen Dinge scheinen ihm zu gefallen.

Das verhält sich kaum anders beim Essen, er begreift eben mit wirklich allen Sinnen.

Hinzu kommt das Wickeln, welches natürlich jedesmal auch einen Reinigungsprozess beinhaltet.

Würde ich seine Haut jedesmal mit Seifen oder ähnliches konfrontieren, würde womöglich sein Hauthaushalt sehr durcheinander gebracht.

Immer wieder habe ich zum PH-Wert der Haut recherchiert und unbefriedigende Ergebnisse gefunden.

Die einen sagen, dass die Haut von einem Säureschutzmantel umgeben ist und daher nicht durch basische Seifen zerstört werden soll.² Andere sagen, dass die Haut, bekanntermaßen auch ein Ausscheidungsorgan, sauer wird eben von den Ausscheidungen und durch basische Seifen in ihrer Funktion unterstützt wird.³

Ich wasche mich und meinen Sohn also meistens einfach mit klarem Wasser und hin und wieder, ca. einmal im Monat, gebe ich etwas Meersalz oder Kokosöl ins Badewasser.

Beim Haare waschen verzichte ich gänzlich auf herkömmliches Shampoo und bin auf Alternativen umgestiegen. Ich habe sowohl Roggenmehl- als auch Natron-Shampoo getestet und war nach einer kurzen Umgewöhnungsphase meiner Kopfhaut auch sehr mit den Ergebnissen zufrieden. Ich würde aber eine anschließende, natürliche Spülung empfehlen (siehe Rezept Spülung).

Meinem Sohn habe ich noch nie die Haare mit Shampoo, Natron oder Roggenmehl gewaschen, aber sie waren auch noch nie fettig oder spröde.

Ich mag diese Art der Körperpflege weil sie für uns nicht nur gut und gesund ist, sondern auch umweltfreundlich.

Plastikverpackungen und unnötiger Wasserverbrauch, beispielsweise bei der Duschgel Herstellung, werden vermieden und das Abwasser nicht so stark verschmutzt.

Wer auch Lust bekommen hat umzusteigen, für den habe ich ein paar Alternativen zu Seife und co.:

 

Seife:

Kokosöl oder Olivenöl und ein Waschlappen

 

Feuchttücher:

Schneidet dünne Spültücher so zurecht, dass sie in etwa Waschlappengröße haben.

Legt die Tücher in eine Schüssel und übergießt sie mit kochendem Wasser.

Anschließend wartet ihr bis das Wasser etwas abgekühlt ist und gebt Kokosöl oder Olivenöl (riecht nicht so gut) hinzu.

Fertig:)

 

Shampoo:

1 Päckchen Natron (Holste: Kaiser Natron)

1 Liter Wasser

1 leere Flasche

Füllt die Flasche mit warmem Wasser und gebt das Natron hinzu (gut schütteln). Die Mischung wie normales Shampoo ins nasse Haar einmassieren und anschließend auswaschen.

Ich empfehle noch eine Spülung anschließend, da Natron das Haar sehr spröde wirken lässt.

 

Spülung:

500ml Wasser

ca.100 ml Zitronensaft oder Apfelessig (die Menge kann je nach Belieben variieren)

Beide Zutaten in einer Flasche vermischen, ins Haar einmassieren und anschließend auswaschen.

 

Bei sehr empfindlicher Haut oder sogar Hautpilz, empfehlen wir ein warmes Bad mit Kartoffelstärke.

Einfach Kartoffelstärke ins Wasser geben bis es trüb wird. Zehn bis zwanzig Minuten in die Haut einwirken lassen. Nach dem Bad solltet ihr euch nicht abduschen.

 

Carlotta von Casavegan

 

1 http://www.medizinfo.de/hautundhaar/anatomie/aufgaben.htm

2 http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=95795&bernr=10

3 http://www.lindgrow.de/naturseifen-blog/rund-um-naturseifen/bitte-nicht-mit-seife-waschen