Vegan Stillen

Stillen....Ein wundervolles Thema! 

 

Dazu fallen mir so viele Dinge ein, das ich kaum weiß, wo ich beginnen soll. Am besten ganz am Anfang. Wenn man (noch) nicht stillt und auch sonst nichts mit dem Thema stillen zu tun hat, denken sich viele (so auch ich), man still halt eine kurze Zeit lang, in den ersten Monaten und wenn das Baby und/ oder die Mutter nicht mehr möchte, beendet man einfach die Stillbeziehung. Ich sah das stillen hauptsächlich nur als Möglichkeit dem Kind Nahrung zu geben. Ziemlich naiv. Stillen ist nämlich viel mehr als dem Kind nur etwas zu Essen zu geben. Aber dazu später mehr ....

 

Als ich schwanger war, habe ich mich im Laufe der Zeit mehr und mehr mit dem Thema stillen beschäftigt. Habe Stilleinlagen, Stillkissen und Milchpumpe gekauft (damit der Papa auch mal die Flasche geben kann). Das einzige was ich zu dem Zeitpunkt schon zu einhundert Prozent wusste, war das ich aufjedenfall stillen will. Pulvernahrung oder Ähnliches war für mich keine Option, vorrausgesetzt natürlich, dass es mit dem Stillen klappt. In meinen Gedanken hatte ich geplant circa 6 Monate "voll" zu stillen und dann langsam abzustillen. Nebenbei war mein Wunsch, dass mein Partner ab und an die Flasche mit abgepumpter Milch gibt. Beides leichter gesagt als getan! Ich kann sagen, das ich immernoch stille und das mein Sohn die Flasche immer absolut abgelehnt hat!

 

Als unsere Maus ein paar Minuten auf der Welt war, habe ich ihn zum ersten Mal angelegt und es hat super geklappt! Doch schon in den nächsten Tagen begannen meine Brüste, bedingt durch den Milcheinschuss, stark zu schmerzen. Im Nachhinein, kann ich mir gut vorstellen, dass dieser Punkt (den man leider überwinden muss) oft dazu führt, dass Frauen frühzeitig abstillen. Wenn man diese schwierigen Tage jedoch überwunden hat, wird das Stillen immer mehr zur Routine und der schöne Teil dieser intimen Verbindung kann beginnen!

 

Erst seit dem ich selber stille und meinen Sohn dabei beobachten durfte, weiss ich, dass es nicht nur die Milch ist, die unsere Mäuse brauchen. Es ist Nahrung, Liebe, Zuneigung, Kuscheln, sich geborgen fühlen, Nähe, einfach ankommen!

 

 

Vegan Stillen 🌱🍐🍈

Genau wie bereits in der Schwangerschaft, macht man sich auch in der Stillzeit viele Gedanken um sein Kind und ob es ausreichend Nährstoffe erhält. Diese Ängste und Gedanken werden leider oft auch noch durch Familienmitglieder, Ärzte oder Freunde mit unzureichender Erfahrung bei dem Thema Veganismus geschürt. Ich bin weder Ernährungsexpertin noch Ärztin, aber ich kann sagen, dass vegan stillen absolut kein Problem ist! Natürlich vorausgesetzt, die Mutter ernährt sich abwechslungsreich, mit frischen Zutaten und vielen Nährstoffen.

Interessant ist zu wissen, dass Studien ergaben, dass die Muttermilch veganer Frauen oft wesentlich weniger Schadstoffe enthält als die Milch von Frauen, die sich "normal" ernähren!

 

Doch welche sind die Nährstoffe auf die Veganerinnen (und auch nicht-Veganerinnen) in der Stillzeit achten sollten?

 

Vitamin B12

Viele vegane, aber auch nicht vegane Frauen haben einen Mangel an Vitamin B12.  Es wird von Ärzten und Fachleuten empfohlen Vitamin B12 in Form von Tabletten oder Tropfen einnehmen (Methylcobalamin oder Cyanocobalamin).Dies sollte jedoch in Absprache mit einem Arzt erfolgen!

 

Eisen

Ob vegan oder nicht: Einen Mangel an Eisen haben viele Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit. Bei der Zufur von Eisen sollte Vitamin C nicht außer Acht gelassen werden. Eisen wird vom Körper besser verwertet, wenn gleichzeitig auch Vitamin C aufgenommen wird (frische Früchte, Säfte).

Eisenlieferanten in der veganen Ernährung können sein: grünes Blattgemüse, Kichererbsen, Linsen, Hülsenfrüchte, Sesam etc.

 

Eiweiß

Der Bedarf an Eiweiß ist in der Stillzeit erhöht, da die Produktion der Muttermilch auch Eiweiß erfordert.

Eiweißlieferanten in der veganen Ernährung können sein: Quiona, Kichererbsen, Tofu, Mandelmilch etc.

 

Was ist wenn das Stillen nicht klappt oder die Mama nicht (mehr) stillen möchte?

 

Zwar hat es bei uns beiden mit dem Stillen super geklappt, aber leider klappt es bei einigen Mamis nicht so gut oder sie wollen einfach nicht stillen. (Bei Stillproblemen kann man sich super an die Hebamme wenden oder an LaLecheLiga). Trotz Stillproblemen wollen einige vegane Mamis, dass ihr Baby vegan ernährt wird. Es gibt zum Beispiel Pulver aus Reisprotein (bis zum 6. Monat) von der Marke La Mandorle mit hydrolisiertem Reisprotein, sie ist biologisch, milchfrei, sojafrei, lecitinfrei und mit rein pflanzlichen Proteinquelle.

Ab dem 6. Monat kann man die milchfreie Babynahrung Lactopriv von Töpfer verwenden (auf Sojabproteinbasis). Sie ist frei von Kuhmilcheiweiß, Gluten, Lactose, Saccarose, Galactose und Fructose.

 

Circa ab dem 9 Monat kann man dem Kind ab und zu Mandelmilch, Hafermilch oder Sesammilch anbieten. Von Sojamilch raten wir wegen des hohen Östrogengehalts ab. Generell ersetzten diese planzlichen Milchsorten nicht das Stillen! 

Generell raten wir jedem, bei dem das Stillen funktioniert auch zu Stillen Die WHO empfiehlt mindestens bis zum 6. Monat ausschließlich zu stillen. Weiterhin sollte das Stillen nach Bedarf mindestens bis zum Alter von zwei Jahren fortgesetzt werden, da Muttermilch eine wichtige Quelle für viele Nährstoffe ist (Quelle:http://www.still-lexikon.de/empfehlungen-der-who-fuer-die-ernaehrung-gestillter-kinder/)

Für viele mag es anfangs komisch sein, nach einiger Zeit kann daraus jedoch eine wundervolle Stillbeziehung wachsen.

 

Eure Sara & Carlotta

 

Quellen

https://www.boutique-vegan.com/Nahrungsmittel/Alternative-zu-Folgemilch-bis-6-Monate.html

https://www.toepfer-babywelt.de/babynahrung/milchfreie-babynahrung/#