Vegane Schwangerschaft

Setze ich mich und meinem Kind einem Risiko aus? 

Gefährde ich mein Ungeborenes einer Ideologie wegen?

Viele dieser Fragen wurden mir tatsächlich gestellt und einige haben mich beschäftigt…

Ich war bereits vor meiner Schwangerschaft Veganerin und wollte es auch währenddessen bleiben. Ich bin mir auch absolut sicher gewesen, das Richtige zu tun. 

Aber da waren anfangs eben doch diese winzigen, sehr leisen Zweifel, die an meinem Gewissen nagten und mich gerne abends im Bett vom Einschlafen abhielten. 

Im Nachhinein weiß ich; sie waren unbegründet. Ich hatte eine, bis auf die Übelkeit, sehr schöne und unkomplizierte Schwangerschaft ohne Nebenwirkungen resultierend aus meiner veganen Ernährung.

Im Folgenden berichte ich euch kurz von meiner veganen Schwangerschaft und es folgen Informationen zur Ernährung.

 

 

1- 3 Monat

Mit dem zweiten Streifen auf dem Schwangerschaftstest hat eigentlich auch meine Übelkeit begonnen! Es war so schlimm, dass ich mir immer wieder gesagt habe: „Du machst das nie wieder!“

Einmal bin ich sogar morgens auf dem Weg zur Arbeit fast in Ohnmacht gefallen und beim Einkaufen hat schon der bloße Anblick von Nahrungsmitteln gereicht, um mir den Magen umzudrehen.

Aufgrund dieser Umstände war ich besorgt. 

Deswegen habe ich recherchiert und Beruhigendes herausgefunden:

Übelkeit in der Schwangerschaft ist eigentlich ein gutes Zeichen, sie tritt häufig während der ersten drei Monaten auf und liegt am erhöhten HCG wert. HCG ist ein Hormon, welches verantwortlich dafür ist, dass unser Körper das Ungeborene nicht abstößt! 

Wegen meiner eher einseitigen und unausgewogenen Ernährung, bedingt durch die Übelkeit, habe ich nach Anzeichen für Nährstoffmangel gesucht. Keine gute Idee… ich habe Folgendes gefunden:

 

Zeichen, die auf eine Mangelversorgung hindeuten:

  • Müdigkeit und Trägheit
  • Übelkeit
  • Blässe
  • Konzentrationsprobleme
  • Heißhunger und Essattacken
  • Kältegefühl
  • Krämpfe
  • Anfälligkeit für Infektionen und Erkältungen

Das traf dank der Übelkeit einfach alles zu 😊

Nach anschließenden Gesprächen mit meinem Partner, meiner Mutter, sowie Frauenärztin und Hebamme bin ich zu dem Entschluss gelangt, dass mir mein Körper sehr gut zeigt, was er braucht und was nicht. Die ausgewogenen und abwechslungsreichen Mahlzeiten, die eine Schwangere benötigt, habe ich in den folgenden Monaten einfach nachgeholt! 

 

4- 6 Monat

Endlich war die nervige Übelkeit überstanden und ich habe mich wieder fit und agil gefühlt. Meine Hebamme hat mir geraten, mich viel zu bewegen, da es in ihren Augen keine bessere Geburtsvorbereitung gibt. Ich bin viel geschwommen, Fahrrad und Inliner gefahren und habe Yoga gemacht.

Im fünften Monat begann sich langsam mein Bauch zu wölben. Für mich und meinen Partner wurde nun alles etwas wirklicher und fassbarer.

Im sechsten Monat sind wir für zwei Wochen nach Portugal geflogen, das hat uns sehr gut getan. 

An dieser Stelle möchte ich unbedingt darauf hinweisen, euch eine Flugerlaubnis von eurer Frauenärztin zu holen! 

 

7- 10 Monat

Ich weiß noch, wie ich mich gefreut habe, dass nun jeder meine Schwangerschaft sehen konnte und wie aufgeregt ich darüber war, dass wir die Bewegungen unseres Babys nun ganz deutlich spüren und sehen konnten! 

Aber gleichzeitig wurde es auch wieder beschwerlicher und meine Neugier wurde so groß, dass ich kaum noch schlafen konnte.

Auf einmal war die Geburt nicht mehr so beängstigend, ich sehnte sie geradezu herbei. 

In dieser Zeit habe ich viel unternommen, um mich abzulenken. Einmal die Woche bin ich zur Kraniosakral-Therapie gegangen. Dort hat die Therapeutin mein Becken entspannt und mich auf die Geburt vorbereitet. Mir hat das sehr gut getan!

 

Ernährung während der Ss:

Ich esse biologisch und vollwertig, aber das ist natürlich kein Muss. Wählt viel Getreide, Gemüse und Obst und weniger Ersatzprodukte für den Speiseplan.

Ihr werdet Folsäure und Eisen als Nahrungsergänzungsmittel vom Frauenarzt erhalten, entscheidet nach eurem Bauchgefühl ob ihr diese einnehmt. Ich habe mich damals dagegen entschieden und bin froh darüber. Allerdings habe ich ab der 38 SSW, auf Anraten meiner Hebamme Kräuterblut-Saft getrunken.

 

Wichtige Nährstoffe:

  • Folsäure zur Vermeidung von Fehlbildung: Folsäure findet ihr in nahezu jedem grünen Gemüse, gart es schonend damit nicht zu viel verloren geht und esst viel roh.
  • Eisen transportiert Sauerstoff im Organismus, kann Enzyme aktivieren, hilft bei der Hormonherstellung, ist an der Immunabwehr beteiligt, hilft Neurotransmitter herzustellen: Lebensmittel, die viel Eisen enthalten sind Amaranth, Quinoa oder Hirse, Kürbiskerne oder Sesamsamen, Linsen und Sojaprotein in Form von „Sojafleisch“, Pfirsiche oder Spinat.
  • B- Vitamine zur Unterstützung der Gesundheit: B-Vitamine sind z.B. in Hefe und Bierhefe (hier eignen sich hervorragend Hefeflocken, erhältlich im Reformhaus, diese einfach in geringen Mengen zum Essen dazu geben), Getreide und Hülsenfrüchten enthalten. 
  • Vitamin B12 könnt ihr über eigen- und biologisch angebautes Obst und Gemüse erhalten, wenn ihr es ungewaschen verzehrt. Da dies häufig nicht ausreichend ist, empfehle ich Rabenhorst Saft.                                                                Schwangeren wird eine Tagesdosis von 3,5 µg Vitamin B12 empfohlen. Dass entspricht etwa 150ml Saft. Weitere Infos->

Wichtiger Hinweis: Der Eisenspiegel sinkt in der Schwangerschaft bei jeder Frau, um euch vor Infektionen zu schützen und zum Ende der Schwangerschaft damit euer Körper die Geburt einleiten kann! Vielleicht verzichtet ihr daher auf übermäßige Einnahme von Außen.

 

Eure Carlotta & Sara

 

 

Quellen:

http://www.mamiweb.de/familie/ernaehrung-in-der-schwangerschaft-1-bis-3-monat/1

http://www.ihr-wellness-magazin.de/gesundheit/vitamine/vitamin-b/lebensmittel-mit-vitamin-b.html

http://www.vital.de/gesundheit/wichtige-naehrstoffe/galerie/die-wichtigsten-vitamin-b-lieferanten#page1

http://www.peta.de/eisen#.V8VDnWW5lmA

http://inderschwangerschaft.de/uebelkeit-in-der-schwangerschaft/

http://www.netdoktor.de/Diagnostik+Behandlungen/Laborwerte/HCG-Humanes-Choriongonadotropi-1258.html